Die informative Seite rund um Chinchillas
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Wir mussten schon viele unserer kleinen Lieblinge über die Regenbogenbrücke gehen lassen und jeder Tierhalter weiß, wie schmerzlich das ist. Da ich in den Foren regelmäßig über Chinchins Leidensgeschichte berichtete und viele Chinhalter mitfieberten bis zum Ende, habe ich diese Gedenkseite für Chinchin erstellt. Eines der wenigen Fotos von Chinchin:






Es begann kurz vor Weihnachten 2004. Chinchins Verhalten änderte sich, er wurde immer ruhiger und zog sich auch beim Freilauf lieber in eine Ecke zurück. Eines Abends stellte ich fest, dass sein rechtes Auge tränte.
Beim Pelletfressen machte er komische Kaubewegungen, wischte sich immer übers Mäulchen und hielt das Köpfchen schief. Er versuchte einen Heuhalm zu knabbern, drehte ihn in alle Richtungen und warf ihn dann auf den Boden. Früher fraß er sehr gerne Heu, knabberte Äste und Holz. Da ich diese Anzeichen schon von meinen zwei früheren zahnkranken Chinchillas kannte (wurde zu spät diagnostiziert und man musste sie erlösen lassen) befürchtete ich Schlimmes.
Am nächsten Tag fuhren wir zum Tierarzt.

Chinchin wurde der Bauch abgetastet und die Lunge abgehört. Der Tierarzt glaubte Atemgeräusche wahrnehmen zu können. Er sah mit dem Othoskop ins Mäulchen, aber die Zähne waren seiner Meinung nach völlig in Ordnung. Er gab mir den Rat, Chinchin zu erlösen, weil es ihm gar nicht gut ging und weil Chinchillas seiner Meinung nach ja nur 6-7Jahre alt werden würden (was ja nicht stimmt). Damals war Chinchin knapp 5 Jahre alt. Für mich kam das keinesfalls in Frage.
Er spritzte ein Antibiotikum gegen die „Erkältung“, gab auch welches mit, das wir in den kommenden Tagen oral verabreichen sollten. Chinchin ging es gar nicht besser, er wurde immer ruhiger, ging auch nicht mehr an die Pellets. Nicht mal frischen Apfel, den er über alles liebte, rührte er an. Über die Weihnachtstage ging es ihm kein bisschen besser,er bekam auch kleinere Köttel.
Ich schaute mich im Internet um, ob ich irgendwelche Infos finden konnte und landete in den Chinchilla-Foren. Ich hatte immer noch große Zweifel an der Diagnose, vermutete Zahnprobleme. Plötzlich fing Chinchin an zu sabbern, der Speichel lief aus dem Mäulchen.

Auf einer Internet-Seite fand ich dann eine Chinchilla-Tierarztliste und rief gleich nach den Feiertagen einen TA an, der 60 Km entfernt praktizierte. Ich wollte keine Experimente wagen, indem ich in der Nähe einen Tierarzt aufsuchte, der sich vielleicht nicht auskannte mit Chinchillas (hatte ja schon einiges erlebt mit unseren früheren Chinchillas). Für am nächsten Tag bekamen wir schon einen Termin. Der Tierarzt narkotisierte Chinchin und schaut sich gründlich die Zähne an. Auf meinen Wunsch hin wurde auch gleich eine Röntgenaufnahme des Kiefers angefertigt . Dazu wurde mir in den Foren geraten. Das war eine gute Entscheidung, denn so konnte der Tierarzt gleich die Lage richtig einschätzen.

Chinchin hatte eine Zahnanomalie, seiner Meinung nach genetisch bedingt. Sie war aber noch nicht so extrem ausgeprägt, dass man ihn hätte deshalb erlösen müssen. Wir mussten noch viermal im Abstand von 5-6 Wochen zur Zahnkorrektur. Leider konnte der Tierarzt nur unter Narkose die Zähne korrigieren, ohne war es ihm zu riskant. Er bereitete uns schon darauf vor, dass Chinchin die häufigen Injektionsnarkosen nicht überstehen würde. Mit der Krankheit könnte er gut noch ein paar Jahre leben.

Es wäre so wichtig gewesen, dass er wieder Heu gefressen hätte, um sich die Zähne teilweise selbst etwas abwetzen zu können und man dadurch in größeren Abständen korrigieren könnte.
Wir kauften verschiedene Heusorten, andere Pellets, die er vielleicht lieber mochte. Keine Chance! Chinchin fraß nur leicht aufgeweichte Pellets , später nur Pelletbrei. Wir versuchten ihn anzulocken mit Leckerchen, getrocknete Kräuter, Apfel usw. was er in kleinen Mengen auch zu sich nahm.

Da uns ja der Tierarzt auf die Gefahren der häufigen Narkosen aufmerksam machte, hörte ich mich überall um, ob jemand einen Tierarzt kannte, der ohne Narkose die Zähne korrigieren konnte.
Im April erfuhr ich von einer Bekannten, dass in unserer Stadt in einer Tierarztpraxis kurz zuvor eine Zahnspezialistin eingestellt wurde. Also vereinbarte ich gleich einen Termin, damit sie sich Chinchin mal anschaute. Ihre Kollegin kannte sich auch gut mit Nagern aus. Beide wirkten sehr erfahren.
Die Zahnspezialistin sah ins Mäulchen, raspelte noch ein paar Zahnspitzen ab und meinte, dass man die Zähne gut ohne Narkose korrigieren könnte. Anfangs mussten wir alle 5-6 Wochen zur Behandlung, später alle 3-4 Wochen. Bei den ersten Anzeichen standen wir schon beim Tierarzt auf der Matte.

Wir mussten darauf achten, dass das Gewicht stabil blieb und das Fressverhalten im Auge behalten. Wenn er mal wieder das Köpfchen schief hielt und leicht abnahm, war es das erste Anzeichen für Zahnspitzen.Die Tierärztinnen kamen mit den Behandlungen gut zurecht, Chinchin ging es zeitweise so gut, dass er auch wieder etwas an den Ästchen und ein wenig Heu knabbern konnte.

Wenige Monate später ging die Zahnspezialistin in die Babypause und ihre Kollegin übernahm allein die Behandlung. Ende des Jahres kündigte sie und eine junge Tierärztin (frisch von der Uni) übernahm ihre Stelle. Sie bemühte sich sehr um Chinchin, kam einigermaßen zurecht mit den Behandlungen. Leider übersah sie einige Zahnspitzen und Chinchin bekam zweimal Abszesse, weil ein versteckter Backenzahn nicht richtig gekürzt wurde. Zeitweise hatte er dann auch Entzündungen die antibiotisch behandelt werden mussten . Danach ging es ihm wieder gut.

Chinchin war ein lebensfroher kleiner Kerl, der trotz der Krankheit immer etwas anstellte, sein Leben genoss und sich nicht unterkriegen ließ.


Anfang 2007 ging es langsam bergab. Die Entzündungen häuften sich. Die Tierärztin schien überfordert (gab sie auch zu).
Die Tierarztsuche begann von Neuem und ich kannte die Problematik in unserer Gegend nur zu gut. Wir klapperten einige Tierkliniken und Tierarztpraxen ab, in der Hoffnung, dass sie Chinchin behandeln konnten.
Leider wurden wir enttäuscht. Es wurden immer Zahnspitzen übersehen,Schmerzmittel und Antibiotika gegen die Entzündungen verordnet. Dann kam im Frühjahr unsere Zahnspezialistin aus der Babypause zurück und übernahm wieder Chinchins Behandlung.

Nachdem ihm zwei Zähne gezogen wurden, ging es aufwärts. Chinchin war wieder so fit wie seit Wochen nicht, nahm an Gewicht zu und man sah wieder das Feuer in seinen Augen.

Mitte April, 2 Wochen nach der Zahn-Op ging es ihm plötzlich sehr schlecht. Er bekam eine Aufgasung, was sicher mehrer Gründe hatte(lange Antibiotika-Behandlung, Breiernährung usw.).
Die Tierärzte versuchten noch Chinchin zu helfen, indem sie MCP, SabSimplex und Bene Bac für den Darm verordneten, aber zwei Tage später starb er in den Armen meines Mannes. Die traurige Geschichte können Sie
hier nachlesen!

Zahnprobleme sind schrecklich und oftmals nicht einfach zu diagnostizieren. Ich rate jedem, dessen Chinchilla unter Zahnproblemen leidet, sich einen Tierarzt zu suchen, der sich mit der Problematik auskennt. Es kann zuviel falsch gemacht werden. Im Zweifelsfall besser noch eine weitere tierärztliche Meinung einholen.


 




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