Die informative Seite rund um Chinchillas
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                                                               Ernährung



                                           


Nichts wird in Chinkreisen so sehr diskutiert, wie das Thema "Ernährung".  Es gibt unterschiedliche Ansichten, was die optimale Chinchillaernährung betrifft.  Wir werden den Tieren nie bieten können, was ihnen in ihrer Heimat zur Verfügung steht.  Sie kommen aus einer kargen Landschaft in den Anden von Chile, Bolivien, Argentinien und Peru. Dort ernähren sie sich von Kräutern, Gräsern, Blätter, Zweigen und Kakteen. Deshalb sollte die Nahrung nicht zu fett- u. proteinreich sein. Chinchillas haben eine empfindliche Verdauung, ihre Schwachstelle, die man bei der Nahrungsauswahl immer berücksichtigen muss. 


Ich möchte hier zwei Ernährungsweisen vorstellen, mit denen ich eigene Erfahrungen machte. Bitte verstehen Sie diese  Infos nicht als Empfehlung meinerseits, sondern als Anregung. Empfehlungen sollte man, meiner Meinung nach, nur aussprechen, wenn langjährige Erfahrungen damit bestehen. Ich halte nicht viel davon, wenn man sich als Experte für Ernährungsfragen bezeichnet, wenn man erst kurze Zeit Chinchillas hält und meint, mit seiner Ernährungsweise total richtig zu liegen. Ich halte seit 18 Jahren Chinchillas und würde mich keinesfalls als Experte bezeichnen. Jeder lernt hinzu und sollte neuen Erkenntnissen gegenüber aufgeschlossen sein. Im Interesse der Tiere. Aber jeder trägt auch die Verantwortung für sein Handeln.  Die Tiere können dies nicht und müssen mit den Konsequenzen leben.


Als mein Zippo im April  2008 an Blasensteinen erkrankte, beschäftigte ich mich etwas intensiver mit dem Thema "Ernährung".  Ich unterhielt mich mit Tierheilpraktikern, Tierärzten und Tierhaltern über dieses Thema. Ich wollte soviele Infos wie möglich erhalten, um einer Steinneubildung vorzubeugen und für meine Tiere die  beste Lösung zu finden. Bis vor 2 Jahren verfütterte ich hauptsächlich Heu und Pellets. Kräuter und Apfel gab es als kleines Beifutter. Wir hatten nie organisch kranke Tiere.  Mit Zahnanomalien hatten wir zu tun, wobei diese laut Tierärzten genetisch bedingt gewesen sein mussten. Meine früheren Tiere stammten aus Zooladen, also wussten wir nichts über deren Herkunft.   Nach der Diagnose "Blasensteine",  stellte ich die Ernährung um und verfütterte mehr trockene und frische Kräuter und eine kleine Menge Sämereien. Mitte 2010 reduzierte ich wieder die Sämereien, weil ich feststellen konnte, dass diese für meine Tiere nicht so geeignet zu sein scheinen.  Seit der Umstellung nach Zippos erster Blasenstein-OP wirken meine  zufriedener, weil das Angebot reichhaltiger ist . Sie sind topfit, haben schön gelb-orangene Zähne und ein glänzendes Fell.

 
Was man immer beachten sollte, egal was man später verfüttert: Immer ganz langsam damit beginnen. Wenn ein Tier bisher nur Heu und Pellets zu fressen bekam und man den Ernährungsplan erweitern möchte, dann sollte man  langsam damit anfangen und zuerst mal mit Kräutern den Speiseplan erweitern. Erstmal einen Teelöffel voll und immer die Verdauung im Auge behalten. Insbesondere wenn man als Beigabe noch etwas Frischfutter geben möchte, dann erstmal ein Stengelchen oder ein kleines Blättchen anbieten. Es werden auch nicht alle Kräuter von Chins vertragen.  Immer die Verdauung im Auge behalten.



Wenn man seine Tiere noch nicht so gut kennt, evtl. Chinchilla-Anfänger ist und es einem verständlicherweise schwer fällt, diese Tiere schon richtig einzuschätzen, macht man sicher keinen Fehler, wenn man erstmal Heu und Pellets anbietet und den Speiseplan um Trockenkräuter erweitert. Man kann auch  mal frische Kräuter und Blätter, manche Obst. u. Gemüsesorten anbieten. Dabei gilt, wie oben schon erwähnt, dass man sehr langsam dabei vorgeht. Weniger ist mehr.



Pellets: Dabei wäre zu beachten,  dass man auf die Haltbarkeit schaut. Pellets aus dem Zooladen wurden meist schon lange gelagert und enthalten kaum oder keine Vitamine mehr. Pellets sollten innerhalb von 4 Monaten nach Herstellung verfüttert werden.  In  Online-Futtershops kann man "frische" Chinchillapellets bestellen, wie z. B. Ovator oder Berkel.  Im Forum findet man eine Shopliste.


 
Kräuter, Blüten, Blätter:  Es kommt bei Kräutern darauf an, wann und wie sie geerntet werden, auch die Trocknungsvorgänge und Aufbewahrung spielen eine große Rolle. Man hört immer wieder von der Heilwirkung der Kräuter, die man aber bitte nicht überschätzen sollte. Die Heilwirkung mancher Kräuter liegt in den Samen, nicht in den Blättern und Blüten und manche wirken gar erst, wenn man einen Sud daraus kocht. Außerdem fressen Chins in der Natur auch Kräuter. Man sollte sie also nicht vom Speiseplan verbannen. Aber auch hier bitte Vorsicht walten lassen und langsam beginnen. Nicht gleich mit einer Kräutermischung anfangen.
Gute Kräuter kann man in manchen Online-Shops bestellen oder in der Apotheke kaufen. Wichtig ist, dass sie lichtgeschützt in Papiertüten und natürlich trocken gelagert wurden.  Es sollte auf der Verpackung stehen, dass sie  einem "kba" (kontrolliert biologischer Anbau) entsprechen.  Kräuter aus manchen Zooläden, die offen herum stehen in Plastiktütchen, sind sicher nicht mehr so hochwertig. Sie enthalten keine oder kaum eine Heilwirkung mehr und  könnten von Schimmel befallen sein.

Es gibt auch Blüten und Blätter, die von Chins gerne gefressen werden. Z. B. Malvenblüten und Blätter, Apfelblätter, Brombeerblätter, Haselnussblätter. Ich verfüttere diese Blätter getrocknet, außer Apfelblätter, die es auch mal frisch gibt. Topinambur ist auch sehr beliebt.


Sämereien:  Ich rate in der Hinsicht etwas  zur Vorsicht, da diese Ernährungsforum noch relativ neu ist und meiner Meinung nach noch etwas zu unausgereift, um sie zu empfehlen. Sollten diesbezüblich Fragen bestehen, kann man sich gerne per Email an mich wenden.


Leckerchen: Diese sind nicht nur bei den Tieren, sondern insbesondere auch bei den Haltern beliebt, die ihre Lieblinge zu gerne damit verwöhnen. Zwinkernd Die Tiere sind auch zufrieden, wenn Sie ihnen einen abwechslungsreichen Speiseplan anbieten. Dann brauchen sie keine Leckerchen wie Knabberstangen, Haferkissen, Rosinen,  Bananenchips, Apfelchips ect. Man kann ausnahmsweise mal etwas davon verfüttern, aber bitte nur selten und in kleiner Menge. Die Chins freuen sich ebenso über eine Hagebutte, Malvenblüte, ein Stückchen frischen Apfel (nach vorheriger Gewöhnung), Cranberrie  oder andere gesunde Leckerchen. Durch meine Aktivitäten in der Chinchillanotfallvermittlung und Beratung bekomme ich immer wieder mit, wie Chinhalter ihre Tiere verwöhnen, diese dann erkranken und die Halter sich nicht der Tatsache bewusst sind, wie sehr sie ihren Tieren damit schaden. Man meint es natürlich nur gut, aber bitte überlegen Sie zweimal, was Sie Ihren Tieren anbieten möchten. Lächelnd


Salzlecksteine und Mineralsteine:  sind nicht notwendig, wenn man seine Tiere  richtig ernährt. Salzlecksteine können sogar gefährlich werden, wenn Chins diese zerlegen und auffressen. Manche Halter geben Ytongsteine, die zur  Beschäftigung schon ok sind, aber sie sollten  nicht gefressen werden, denn dies kann die Bildung von Harnsteinen begünstigen. Man sollte die Tiere also gut beobachten und gegebenenfalls die Steine wieder entfernen.


Getrocknete Knabberäste:  z. B. von Apfel, Hagebutte, Brombeere, Haselnuss, Weide (nicht bei tragenden Weibchen oder Chins mit Blasenerkrankungen!), sollte man regelmäßig anbieten. Manche Äste kann man auch frisch anbieten. Näheres dazu später (Liste wird noch eingefügt).


Vitamin-u. Kalziumpräparate:  Diese halte ich für unnötig oder sogar schädlich. Wenn ein Tier gesund ist, braucht es diese Mittelchen nicht. Sollte ein Mangel festgestellt werden (man sollte regelmäßig  die Zahnfarbe der Tiere kontrollieren), dann schaut das anders aus. Es gibt auch Ausnahmen, wie z. B. Trächtigkeit oder Krankheit, wo ein Tier zusätzliche Vitamine braucht. Halten Sie dann mit ihrem Tierarzt Rücksprache. Manche Chinhalter meinen, sie tun ihren Chins etwas Gutes, wenn sie ihnen regelmäßig Vitamintropfen ins Trinkwasser mischen. Es kann schnell zu einer Überversorgung kommen und die Tiere werden krank. Ebenso schaut es mit den Kalziumpräparaten aus, wie z. B. Calcipot. Geben Sie dies bitte nur bei Mangelerscheinungen und nach Rücksprache mit dem Tierarzt. In den Pellets ist schon ausreichend Kalzium vorhanden, ebenso auch in den Kräutern. Man riskiert sonst, dass sich irgendwann Blasensteine entwickeln, die oftmals schwer behandelbar sind und auch zum Tode des Tieres führen können.



Unser Ernährungsplan sieht so aus (für zwei Tiere gerechnet):

Morgens:

1 Handvoll Heu (Rido)

2 EL Kräuter in den Napf


Abends:

1 Handvoll Heu

Während des Auslaufs gibt es Kräuter, Blüten und Blätter soviel die Tiere mögen und für die Nacht kommen etwa noch 3 Esslöffel Kräuter in den Napf

1 Esslöffel Pellets 

Frischfutter, wie z. B.  Apfel, Löwenzahn, Möhre mit Grünzeug, Golliwoog, Basilikum. Je nach Jahreszeit im Wechsel. Davon gibt es tagsüber eine kleine Mege, abends etwas und für die Nacht wird noch etwas in den Käfig gelegt

Manchmal werden mehr Kräuter oder mehr Pellets gefressen, aber bis zum nächsten Abend wird meist alles verzehrt. 

Knabberästchen stehen immer zur Verfügung im Käfig und beim Auslauf.


Dass man natürlich täglich frisches Wasser anbietet, brauche ich sicher nicht zu erwähnen. Zwinkernd 


Wer nähere Infos zu unserem Futterplan möchte, kann mich gerne anschreiben. In unserem Forum findet man auch gute Infos. Schaut doch mal rein.







 


 


 


 


 


 




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